Wissenschaft als Beruf? Ursachen und Ausdrucksformen der Untervertretung der Frauen in der Wissenschaft

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Teilprojekt des Projektverbundes "Der Binnenraum der Wissenschaft - Formen und Folgen disziplinärer Differenzierung"

Wissenschaft als Beruf? Ursachen und Ausdrucksformen der Untervertretung der Frauen in der Wissenschaft

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 1997/01 bis 2000/12
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp Teilprojekt
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung - SNF -
Förderprogramm NF Schwerpunktprogramm Zukunft Schweiz

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en) Science as a profession? Reasons for the low representation of women among the sciences
Link zur Projektwebsite
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Mit einem Frauenanteil von 6,5 Prozent in der Professorenschaft sind die Wissenschaften eines der Berufsfelder, in denen die Frauen am stärksten unterrepräsentiert sind. Dieser Sachlage zum Trotz gibt es bisher keine Untersuchungen für die Schweiz, welche die Bildungs- und Berufswege von Frauen und Männern im tertiären Bildungsbereich bis zur Professur untersuchen.

Das hier vorgestellte Projekt, das im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Zukunft Schweiz" durchgeführt wird, sucht die Bildungswege der heute an den universitären Hochschulen tätigen Lehrerschaft nachzuzeichnen, wobei in erster Linie Unterschiede nach Disziplin und nach Geschlecht Beachtung finden.

Erste Ergebnisse des quantitativen Teilprojekts: Von den Befragten gehören 55,3% zum Professorat und 41,2% zum oberen Mittelbau (3,5% mussten aus der Analyse ausgeschlossen werden). In der Professorenschaft sind Frauen mit 11% vertreten, im oberen Mittelbau sind es 50%. Deutlich mehr Professorinnen als Professoren stammen aus dem Ausland (41% vs. 27%); im oberen Mittelbau gibt es dagegen keinen geschlechtsspezifischen Unterschied hinsichtlich des Ausländeranteils (20% vs. 17%). Die befragten Frauen sind deutlich weniger oft verheiratet (57% vs. 83%) und haben seltener (48% vs. 81%) und weniger Kinder als Männer. Die befragten Frauen sind nach der Promotion nicht weniger häufig an der Hochschule beschäftigt als ihre männlichen Kollegen. Das gleiche gilt auch für die Unterbrüche: Frauen unterbrechen - entgegen den Erwartungen - ihre Hochschultätigkeit nicht häufiger als Männer. Dieses Resultat bleibt auch bestehen, wenn nach Disziplin kontrolliert wird. Etwa gleich viele Professorinnen wie Professoren geben an, während ihrer Karrierephase einen Mentor gehabt zu haben (67% vs. 64%), bei den Frauen war der Kontakt aber weniger intensiv. Kontrolliert man jedoch nach Disziplin, so zeigt sich, dass der Unterschied in der Kontaktintensität nur in den Sprach- und Literaturwissenschaften signifikant ist. Für den oberen Mittelbau sind die Ergebnisse ähnlich. Gesamthaft gesehen belegen die Ergebnisse die Heterogenität der Wissenschaft und die Notwendigkeit, nach Disziplinen zu differenzieren, und sie zeigen zweitens, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der (innerwissenschaftlichen) Karrierevoraussetzungen geringer sind, als in der Regel angenommen wird.

Das quantitative Teilprojekt beruht auf einer schriftlichen Befragung der Professoren und Professorinnen und des oberen Mittelbaus an den schweizerischen Hochschulen. Bei den Professorinnen und Professoren sowie den Frauen des oberen Mittelbaus wurde eine Vollerhebung durchgeführt, bei den Männern des oberen Mittelbaus handelt es sich um eine zufällig ausgewählte Stichprobe. Es wurden 4747 Personen angeschrieben, der Rücklauf betrug 53% (bei den Professorinnen lag der Rücklauf bei über 75%). Das zweite Teilprojekt ist qualitativ ausgerichtet.

Abstract (en)
Schlagwörter Frauenanteil; geschlechtsspezifische Unterschiede; Geschlechtervergleich; WissenschaftlerIn; Karriereweg; Mentoring
Land Schweiz
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung Weg zur Professur
Karriere Karriereverlauf
Wiss. Einrichtungen
Wissenschaftssystem
Doing Gender

Forschungsgegenstand

Sektoren Hochschule
Fächergruppen

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Bern (Bern)
Institutionstyp Universität
Institut Department Sozialwissenschaften - Institut für Soziologie
Institutswebsite http://www.soz.unibe.ch/
Zentrale Institution Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Mainz)
Institutionstyp Universität
Institut Institut für Soziologie Abt. Soziologische Theorie und Gender Studies
Institutswebsite https://www.theorie.soziologie.uni-mainz.de/gender-studies/

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Bettina Heintz
Projektbearbeitung Regula Julia Leemann; Dr. Martina Merz; Christina Maria Schumacher

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden Quantitativer Fragebogen (face-to-face, telefonisch, schriftlich)
qualitative Methoden Qualitatives Interview
weitere Methoden
Stichprobe ProfessorInnen; WissenschaftlerInnen

Methodischer Ansatz: Das quantitative Teilprojekt beruht auf einer schriftlichen Befragung der Professoren und Professorinnen und des oberen Mittelbaus an den schweizerischen Hochschulen. Bei den den Professorinnen und Professoren sowie den Frauen des oberen Mittelbaus wurde eine Vollerhebung durchgeführt, bei den Männer des oberen Mittelbaus handelt es sich um eine zufällig ausgewählte Stichprobe. Die Befragung wurde zusammen mit dem Projekt "Fachkultur und Sprachregion" (Ursula Streckeisen) durchgeführt. Der Versand des Fragebogens erfolgte im November 1997. Es wurden 4747 Personen angeschrieben, der Rücklauf beträgt 53%, bei den Professorinnen lag der Rücklauf bei über 75%. Die Auswertung des quantitativen Projekts wurde im Oktober 1999 abgeschlossen. Das qualitative Teilprojekt beruht auf einer ethnographischen Analyse von vier Disziplinen bzw. Teilgebieten: Atmosphärenphysik und Architektur (Beginn der Feldphase: Okt. 1998); als weitere Untersuchungsfelder sind Botanik und experimentelle Psychologie vorgesehen. 1. Phase (quantitativ): schriftliche Befragung aller Professoren und einer Auswahl von Vertretern des höheren Mittelbaus an schweizerischen Hochschulen (N=4747; Rücklauf 53%); 2. Phase (qualitativ): Interviews Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: 4747 Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen Heintz, Bettina; Merz, Martina; Schumacher, Christina (2004): Wissenschaft, die Grenzen schafft. Geschlechterkonstellationen im disziplinären Vergleich. Bielefeld: transcript.

Leemann, Regula Julia (2002): Chancenungleichheiten im Wissenschaftssystem. Wie Geschlecht und soziale Herkunft Karrieren beeinflussen. Chur, Zürich: Rüegger.

Heintz, Bettina (1998): Die soziale Welt der Wissenschaft. Entwicklungen, Ansätze und Ergebnisse der Wissenschaftsforschung. In: Bettina Heintz und Bernhard Nievergelt (Hg.): Wissenschafts- und Technikforschung in der Schweiz. Sondierungen einer neuen Disziplin. Zürich: Seismo, S. 55–94.

Heintz, Bettina; Wobbe, Theresa: Wissenschaft und Geschlechterdifferenz. Bericht über die Tagung der Sektion Wissenschafts- und Techniksoziologie in der DGS. in: Soziologie, 1997, 4, S. 61-68.

Leeman, Regula Julia; Heintz, Bettina: Mentoring und Networking beim wissenschaftlichen Nachwuchs: empirische Ergebnisse einer Studie zu Karriereverläufen von Frauen und Männern an den Schweizer Hochschulen. in: Page, J.; Leemann, R.J. (Hrsg.): Karriere von Akademikerinnen. Bedeutung des Mentoring als Instrument der Nachwuchsförderung. Dokumentation der Fachtagung vom 27. März 1999 an der Universität Zürich. Bern: Bundesamt für Bildung und Wissenschaft 2000.

Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere
Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

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