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A

Aktuelle normative Orientierungen, Geschlechteridentitäten und Berufswahlentscheidungen junger Frauen +Ziel des Forschungsprojektes war es, normative Orientierungsmuster zu erheben und zu analysieren, auf die im Prozess der performativen Herstellung der geschlechtlich-beruflichen Identität Bezug genommen wird. Von Interesse waren dominante Normen und Deutungsmuster, welche die individuelle Orientierung und Wahlen der Subjekte, insbesondere junger Frauen, rahmen. Aus den Erkenntnissen über aktuelle normative Orientierungen sollten u.a. neue Wege einer geschlechtergerechten Berufsfindung entwickelt werden. Dabei zielte die Studie nachdrücklich darauf, die Perspektive der Betroffenen (Jugendliche) in die Programmplanung zu integrieren, die zumeist aus der Sicht von Erwachsenen bzw. ExpertInnen entwickelt werden. Das Forschungsprojekt bezog sich auf die Theorie zur performativen Herstellung von Geschlechtsidentität von Judith Butler (1991; 1997; 2002). In der Datenerhebung folgte das Forschungsprojekt der Methode der Gruppendiskussion. Mittels Gruppendiskussionsverfahren wurden kollektive Erfahrungen und implizit geteiltes Wissen in den Fokus erhoben. Zur Verdichtung von Hinweisen aus den Gruppendiskussionen auf normative Orientierungsmuster, wurden ergänzend problemzentrierte Interviews durchgeführt. Die Datenauswertung erfolgte in Anlehnung an die Dokumentarische Methode sowie die Grounded Theory.  +
Alumnae Tracking +"Alumnae Tracking" betrachtet Lebens- und Karrierewege von Frauen der Fakultät Wirtschafts- und Angewandte Informatik der Otto-Friedrich Universität Bamberg. Es vergleicht die Lebensläufe von Studentinnen und Absolventinnen mit Biographien männlicher Studienkollegen/Absolventen, die ähnliche demografische Merkmale und Studienverläufe aufweisen. Neben objektiven Kriterien wie Personalverantwortung und Einkommen werden auch subjektive Kriterien zur Lebenszufriedenheit und Work-Life-Balance erhoben. Ziel des Projektes ist es, Aufschlüsse darüber zu erhalten, inwiefern und warum die Karrierewege von Männern und Frauen im Bereich Informatik unterschiedlich verlaufen. Um erfassen zu können, inwieweit die gesteckten beruflichen und privaten Ziele vom Studium bis ins Arbeitsleben erreicht werden, erfolgt die Befragung von Studierenden und Ehemaligen zu drei Zeitpunkten. Auf diese Weise können Veränderungen beim Studienerfolg, in der beruflichen Position sowie in der Lebensplanung mit ihren jeweiligen Einflussfaktoren erfasst werden. Daraus resultierend können gegebenenfalls Studienbedingungen, -gänge und -inhalte verändert werden. Zusätzlich werden ca. 50 Unternehmen unterschiedlicher Betriebsgrößen in die Untersuchung einbezogen und zu ihrer Unternehmenskultur sowie den Karriere- und Work-Life-Balance-Maßnahmen befragt. Hierdurch sollen differenzierte Aussagen über die Arbeitsbedingungen im Bereich Informatik getroffen werden und ein Abgleich erfolgen, inwieweit die von den Unternehmen angebotenen Fördermaßnahmen am Arbeitsplatz mit den Wünschen der Nachwuchskräfte übereinstimmen. Die befragten Unternehmen erhalten auf diese Weise einen Benchmark hinsichtlich ihrer Attraktivität als Arbeitgeber sowie wertvolle Anregungen zur Ausrichtung ihrer Rekrutierungs- und Karriereförderstrategien. Zugleich soll die Befragung darüber Aufschluss geben, welche Anforderungen seitens der Unternehmen, z. B. hinsichtlich der zeitlichen und räumlichen Flexibilität sowie der örtlichen Verfügbarkeit, an die Nachwuchskräfte gestellt werden. Das Projekt will einen Beitrag leisten den Nachwuchsbedarf in den MINT-Berufen zu erfüllen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.  +
Analyse der beruflichen Karriereverläufe von Studentinnen mit Kindern und Auslandserfahrung +Ein Auslandsstudium mit Kind – gut für den beruflichen Aufstieg? Eine wissenschaftliche Untersuchung im Rahmen des Projekts soll Aufschluss darüber geben, inwieweit sich ein Auslandsaufenthalt studierender Mütter positiv auf deren späteren Berufseinstieg und ihre Karrierechancen auswirkt. Auf Grundlage der eingestellten Erfahrungsberichte soll dazu eine Befragung von Studentinnen/Absolventinnen mit Kind erfolgen, die während ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt mit Familienaufgaben vereinbart haben. Dazu werden Studentinnen oder Absolventinnen gesucht, die im Zeitraum Januar 2007 – Dezember 2011 einen Auslandsaufenthalt mit Kind realisiert haben und aktuell im Übergang vom Beruf in das Studium begriffen bzw. bereits berufstätig sind. War Ihre Auslandserfahrung beim Einstieg in den Beruf hilfreich? Es gibt gegenwärtig kaum Informationen oder Erkenntnisse darüber, ob und wie sich ein Auslandsaufenthalt auf das berufliche Fortkommen von studierenden Frauen mit Kindern auswirkt. Im Sinne einer weiteren Beförderung der Gleichstellung von Frauen mit Familienaufgaben wollen wir dies ändern – deshalb kommt es auf jeden Beitrag an.  +
Analyse und Förderung der Integration von Studierenden mit Migrationshintergrund in technischen Studiengängen unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive +In diesem Projekt an der Schnittstelle von Gender- und Diversityforschung wird der Frage nachgegangen, welche spezifischen Herausforderungen Studentinnen und Studenten mit Migrationshintergrund in technischen Studiengängen bewältigen müssen, um das Studium erfolgreich zu absolvieren. Diese Analyse wird auf Gender-Ebene weiter differenziert, um zu prüfen, inwieweit eine eventuelle Mehrfachbenachteiligung und Überschneidung unterschiedlicher Differenzierungsmerkmale den Studienerfolg insbesondere weiblicher Studierender in technischen Fächern behindern. In die Studie werden sowohl Bildungsausländer/innen als auch Bildungsinländer/innen einbezogen und herausgearbeitet, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen Gruppen bestehen und welche Konsequenzen dies für die zu erbringenden Unterstützungsleistungen der Hochschule bezüglich Internationalisierung bzw. Chancengerechtigkeit hat. Auf der Grundlage dieser Analyse werden schliesslich unter Einbezug einheimischer Studierender und Studierender mit Migrationshintergrund Massnahmen zur Integration im Fachbereich entwickelt.  +
Anrechnung erworbener Kompetenzen von Erzieherinnen und Erziehern auf den Bachelor-Studiengang Sozialarbeit/ Sozialpädagogik unter Berücksichtigung des Gender-Mainstreaming-Prinzips +Der Bologna Prozess, der nicht nur die bundesweite Einführung gestufter Bachelor- und Masterstudiengänge beinhaltet, um eine verbesserte Angleichung und Anrechenbarkeit von Studiengängen und Studienabschlüssen im europäischen bzw. internationalen Raum zu verwirklichen, ist darüber hinaus auch damit verbunden, lebenslanges Lernen zu befördern und zu unterstützen. Im Beruf und in Weiterbildungen erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sollen deshalb zukünftig stärker als bisher auf Studiengänge anrechenbar sein, um den Anforderungen moderner Wissensgesellschaften adäquat begegnen zu können. Die Universität Lüneburg, die Modelluniversität in diesem Bologna Prozess ist und deshalb bereits ihre gesamten Studiengänge bis zum Wintersemester 2006/2007 auf die neuen Studienabschlüsse umgestellt haben wird, beschäftigt sich intensiv mit den auf europäischer Ebene vereinbarten Zielsetzungen dieses Prozesses. Das Forschungsprojekt zur Anerkennung der Anrechenbarkeit beruflich erworbener Kompetenzen, verfolgt die Aufgabe, in der ErzieherInnenausbildung erworbenes Wissen und im ausgeübten Beruf erlangte Kenntnisse, Kompetenzen und Fertigkeiten auf eine potentielle Anrechenbarkeit auf ein Bachelor-Studium der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik zu untersuchen. Der Name des Forschungsprojekts ist also Programm, geht es doch darum, heraus zu finden, welche Kompetenzen bereits aufgrund der Ausbildung oder beruflichen Tätigkeiten im pädagogischen Bereich (KompädenZ) in einem späteren Studium der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik berücksichtigt werden können. Die Ergebnisse sollen z.B. dazu dienen, die individuellen Studienzeiten von Erzieherinnen und Erziehern zu verkürzen, in dem das bereits vorhandene Fachwissen nicht nochmals gelernt und geprüft werden muss. Da der ErzieherInnenberuf noch immer vorrangig von jungen Frauen gewählt wird, helfende und pädagogische Berufe nach wie vor typische Frauenberufe bilden, die mit mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung, geringem Einkommensniveau und unzureichenden Aufstiegschancen verknüpft sind, eröffnet der Ansatzpunkt des Gender-Mainstreaming, unter dem das Forschungsprojekt seine Untersuchungen angelegt hat, besondere Chancen. Denn durch zukünftige Anrechenbarkeitsmöglichkeiten beruflich erworbener Kompetenzen, könnten Frauen in diesem Bereich schnellere und effizientere Qualifizierungsmöglichkeiten durch ein Studium der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik eröffnet werden. Gleichzeitig könnten hierdurch auch Anreize für potentielle männliche Fachkräfte entstehen und dem männlichen Fachkräftemangel in der Sozialen Arbeit dadurch eher begegnet werden. Kooperationspartner: Fachschulen für Sozialpädagogik in der Region Nordostniedersachsen, Projektbeirat, Träger von Aus- und Weiterbildungen, öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe. Wissenschaftliche Begleitung des Gesamtprojekts "AnKom" HIS Hannover GmbH (Hochschul-Informations-System GmbH).  +
Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in wissenschaftsunterstützenden Bereichen an Hochschulen im Wandel +Bei diesem Projekt handelt es sich um die erste breitangelegte empirische Untersuchung zum Wandel der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen des "wissenschaftsunterstützenden" Personals an deutschen Hochschulen. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen Hochschulsteuerung und Hochschulmanagement sowie der Situation am Arbeitsplatz und den Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten  +
Arbeitsmarkt und Beschäftigung von Frauen aus geschlechtsuntypischen Fächern +Das Projekt erweitert den empirischen Forschungsstand zu Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit von Frauen mit geschlechtsuntypischer Studienfachwahl. Als entsprechende "Männerfächer" (Frauenanteil an den Studierenden unter 25%) werden die Fächer Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik sowie Physik (ohne Lehramt) definiert. Die Untersuchung konzentriert sich auf die alten Bundesländer seit den 80er Jahren; daneben werden aber auch die neuen Bundesländer in den Blick genommen. Basis der empirischen Arbeit sind im Schwerpunkt amtliche Statistiken (Hochschulstatistik, Mikrozensus, Arbeitslosenstatistik). Ziel: Die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion um Geschlecht und Technik konzentriert sich auf Sozialisation und Bildung. Das IAB-Projekt fokussiert dagegen auf die Arbeitswelt. Es erweitert den empirischen Forschungsstand zu Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen aus technisch-naturwissenschaftlichen Fächern und zeigt politischen Handlungsbedarf auf.  +
Arbeitssituation und Belastungen von Professorinnen an Hessischen Fachhochschulen +Bei den Bemühungen des gFFZ zur Frauenforschungsförderung an Hessischen Fachhochschulen werden immer wieder von Professorinnnen ihre Überlastungen als Begründung für geringe Forschungsaktivitäten genannt. Die zunehmenden Arbeitsanforderungen, die mit den Studienreformprozessen einhergehen, das hohe Lehrdeputat, die relativ seltenen Forschungssemester und der fehlende Mittelbau an den Fachhochschulen führen zu einer hohen Arbeitsbelastung, in der Forschung kaum möglich scheint und vor allem als zusätzliche Anstrengung erlebt wird. Diese Problemdiagnose basiert jedoch bislang vornehmlich auf subjektiven und punktuellen Einschätzungen der Betroffenen. Es fehlen systematische Daten zur Bestimmung der Arbeitssituation von Fachhochschulprofessorinnen. Vor diesem Hintergrund will das Forschungsprojekt die aktuelle Arbeitssituation und die Belastungen von Professorinnen empirisch erfassen, um die Arbeitsproblematik solider beschreiben und analysieren zu können.  +
Auf der Suche nach dem verlorenen Nachwuchs +Im Fokus des Projektes stehen die Karriereverläufe des wissenschaftlichen Nachwuchses. Geschätzt wird, dass nur ein Drittel der jungen Wissenschaftler/innen in Deutschland ihr gesamtes Berufsleben in der Wissenschaft verbringt (Janson et al. 2006). Über die zwei Drittel, die eine Zeitlang im Wissenschaftssystem tätig sind und dann ihren beruflichen Weg außeruniversitär weiterverfolgen, gibt es bislang keine konkreten Informationen. Es ist davon auszugehen, dass die Gründe für das Verlassen der Hochschule (ob mit oder ohne Promotion) nicht nur in den Individuen selbst zu suchen, sondern auch wissenschaftssystemimmanent sind. Es ist zu vermuten, dass hier Selektionsmechanismen wirken, die vor allem hochqualifizierte und motivierte Frauen ausgrenzen, die somit der Wissenschaft verloren gehen. Die forschungsleitenden Fragen sind u.a.: * Wie verlaufen die Selektionsprozesse des wissenschaftlichen Nachwuchses? * Wer steigt mit welchem Qualifikationsgrad aus und warum? * Und wie verläuft die berufliche Karriere dieser "Hochschulaussteiger/innen"? * Und verbleiben tatsächlich die "Besten" in der Wissenschaft? Auf der Basis der Hochschulpersonalstatistik und der Auswertung der Daten ausgewählter Universitäten werden die Ausgeschiedenen seit 2003 genauer verfolgt sowie über Befragungen (quantitativ und qualitativ) Zusammenhänge zwischen Beschäftigungsbedingungen und Promotionserfolg sowie den Abbrüchen, Ausstiegen, Wechseln und Lebensplanungen (z.B. Partnerschaftskonstellationen und Kinder/-wunsch) eruiert. Die Karrierewege außerhalb der Universität, insbesondere in der Industrie und anderen Berufsfeldern, werden in die Untersuchung einbezogen, um zu erfahren, welche Alternativen sich für die jungen Wissenschaftler/innen eröffnen bzw. von ihnen bevorzugt wahrgenommen werden. Dies wird über institutionelle Fallanalysen untersucht, in die sowohl die MINT-Fächer als auch geistes-/kulturwissenschaftliche Fächer einbezogen werden.  +
Aufbau eines Teilzeitstudiengangs basierend auf dem Staatsexamensstudiengang Humanmedizin an der Universität Ulm +'''Ausgangslage/ Bedarfsanalyse:''' Die Notwendigkeit für die Ausarbeitung von Teilzeitstudiengängen ist vor allem in der Ermöglichung der Vereinbarkeit von Studium und Familie begründet. Studierende mit Kind sind in der Hochschullandschaft, die auf Vollzeitstudiengängen ausgelegt ist, benachteiligt. So stehen familienpolitische Themen in den letzten Jahren wieder im Mittelpunkt der politischen Debatte. Gerade der Arztberuf lässt eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur sehr schwer zu, so dass sich die Universität Ulm und das Universitätsklinikum Ulm nun stark macht für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familie. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beginnt gerade beim jungen Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen bereits im Studium. Insbesondere den richtigen Zeitpunkt für eine Familiengründung ist für den Arztberuf von entscheidender Bedeutung, wobei ein Einstieg in die ärztliche Tätigkeit mit bereits größeren Kindern oft leichter ist, so dass die Vereinbarkeit des Medizinstudiums mit einer Familiengründung auch für die Klinika von zunehmender Bedeutung sein wird. An deutschen Hochschulen studieren 7% der Studierenden mit Kind. Bei 44% der studierenden Eltern resultiert aus den Rahmenbedingungen des Studiums eine Verlängerung der Studiendauer. Der Frauenanteil der 2052 an der Universität Ulm Medizinstudierenden liegt bei 61,6%. 3,1% sind Studierende mit Kind (45 Mütter und 19 Väter). Das Studium der Humanmedizin dauert sechs Jahre und ist geprägt durch einen hohen anwesenheitspflichtigen Praxisanteil in Versuchspraktika (Grundstudium: vorklinische Ausbildung) bzw. in mehrwöchigen Blockpraktika integriert in den Klinikalltag (Hauptstudium: klinische Ausbildung). Die Organisation eines Studiums mit Kind gestaltet sich entsprechend der komplexen Rahmenbedingungen sehr schwierig. '''Zielsetzung''': Teilzeitstudium in der Medizin. Das grundlegende Interesse des Projekts liegt insbesondere darin zu ermitteln, unter welchen Voraussetzungen eine erfolgreiche Kombination von Studium und Familie im Studiengang Humanmedizin an der Universität Ulm im Rahmen eines Teilzeitstudiums möglich ist und welche Faktoren notwendig sind, um ein effektives Studium mit Familie zu gewährleisten. Als Ergebnis wird eine modifizierte familienunterstützende Studienorganisation in Form eines Teilzeitstudiums erwartet. Aufgrund des höchsten Anteils an Frauen an der Universität Ulm in der Medizin besteht eine hohe Dringlichkeit, ein Teilzeitstudium in der Medizin zu etablieren. Derzeit ist keine Medizinische Fakultät in Deutschland mit Möglichkeiten zum Teilzeitstudium in der Medizin bekannt (abgesehen von Halbtags-PJ). Curriculare Veränderungen bringen gerade im Medizinstudium mit seinen komplexen Strukturen den höchsten Schwierigkeitsgrad mit sich. So kann die Medizin als Vorzeigestudiengang für andere Studiengänge optimales Beispielfach sein.  +
Aufstieg und Aufenthaltsdauer von qualifizierten Forscher/innen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen +Der Anteil von Frauen in Führungspositionen entspricht nicht dem Anteil entsprechend qualifizierter Frauen. Dies gilt insbesondere für den Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), obwohl viele Unternehmen aufgrund des Fachkräftemangels an entsprechend qualifizierten Frauen sehr interessiert sind. In Deutschland besteht eine im europäischen Vergleich besonders große Differenz zwischen dem Anteil der in der Industrie beschäftigten Natur- und Ingenieurwissenschaftlerinnen und dem Anteil von Erfinderinnen von europäischen Patenten. Das Projekt STAFF untersucht Unterschiede zwischen Forschern und Forscherinnen hinsichtlich ihrer beruflichen Tätigkeit, ihrer Patentaktivität und ihrem beruflichen Aufstieg. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob ein kürzerer Verbleib von Frauen in Forschung und Entwicklung (F&E) zu den Ursachen für die geringe Zahl von Frauen in Führungspositionen in der Industrie gehören könnte. Da Patente fast ausschließlich in F&E-Abteilungen generiert werden, legt eine im Verhältnis zum Forscherinnenanteil geringe Erfindungsaktivität von Frauen nahe, dass Frauen möglicherweise eine deutlich kürzere Beschäftigungsdauer in F&E-Abteilungen aufweisen als Männer. Damit würde das Innovationspotential der aus den Abteilungen abgewanderten Frauen nicht ausgeschöpft. Denkbar ist hingegen ebenso, dass Frauen häufiger als Männer nach einem Studium im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) ihre Berufslaufbahn nicht in F&E-Abteilungen, sondern in anderen Berufsfeldern beginnen. Im Rahmen des Projekts STAFF wird drei leitenden Forschungsfragen nachgegangen: *Gibt es Hinweise für eine kürzere Beschäftigungsdauer von Forscherinnen in F&E-Abteilungen, ein häufigeres Abwandern von Forscherinnen aus F&E-Abteilungen in andere Abteilungen wie z.B. Qualitätsmanagement, und gibt es Hinweise für einen Zusammenhang mit dem Aufstieg in Führungspositionen? *Gibt es typische Werdegänge für Abteilungsleiter/innen hinsichtlich der Erfindungsaktivitäten und der Beschäftigungsdauer in F&E? *Weisen Studentinnen und Studenten bereits während des Studiums eine unterschiedliche Motivation hinsichtlich eines Berufseinstiegs in F&E-Abteilungen und späteren Aufstiegsambitionen auf?  +
Aufstiegskompetenz von Frauen +In dem Forschungsvorhaben werden förderliche und hinderliche Faktoren von Aufstiegskompetenz untersucht. Auf diesem Hintergrund werden Gestaltungsvorschläge entwickelt, durch die der Anteil von Frauen in Führungspositionen gefördert werden kann. '''Teilprojekt''' "Arbeitstätigkeit" Im Rahmen dieses Teilprojektes wird die Annahme, dass hohe Anforderungen und Ressourcen bei der Arbeitstätigkeit die Entwicklung von Aufstiegskompetenz fördern, Belastungen dagegen die Entwicklung von Aufstiegskompetenz beeinträchtigen, für weibliche Führungskräfte spezifiziert und überprüft. '''Teilprojekt''' "Technikbezogenes Selbstkonzept und Aufstiegskompetenz in technisch-naturwissenschaftlichen Berufsfeldern" Das Teilprojekt untersucht Aufstiegskompetenz auf zwei Ebenen: Zum einen wird das technikbezogene Selbstkonzept und dessen Zusammenhang mit Aufstiegskompetenz von Frauen, die in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen und/oder Branchen tätig sind, analysiert. Zum anderen wird in Verzahnung mit den weiteren Projekten untersucht, inwiefern sich die verschiedenen bedingungs- und personenbezogenen Einflussfaktoren in technisch-naturwissenschaftlichen und anderen Bereichen unterscheiden, um entsprechend differenzierte Handlungsempfehlungen abzuleiten.  +
Aufwind mit Mentoring +Ziel des Projekts 'Aufwind mit Mentoring' ist die Analyse der Wirksamkeit von systematischen Nachwuchsfördermaßnahmen zur Karriereförderung von Frauen in der Wissenschaft am Beispiel von Mentoring-Programmen. Die Untersuchung ist auf die Sichtung von innovativen 'Mentoring-Best-Practice-Modellen' und die Erarbeitung von Qualitätsstandards und Handlungsempfehlungen für zukünftige Programme gerichtet. Mit dem Projekt sollen die zentralen Aspekte der Wirksamkeit des Handlungskonzeptes Mentoring in der Wissenschaft zur beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern analysiert werden. Dabei zielt das Forschungsprojekt darauf ab, folgende direkte und indirekte Effekte von Mentoring-Programmen und deren Nachhaltigkeit zu untersuchen: *Einfluss auf die Berufs- und Karriereverläufe von Mentees *Auswirkung auf das professionelle Selbstverständnis und die Führungskompetenzen der Mentorinnen und Mentoren *Auswirkungen auf institutionelle Strukturen und Wissenschaftskulturen Aus den gewonnenen Forschungsergebnissen sollen sich Grundlagen für neue Handlungsansätze zur Förderung der Chancengerechtigkeit und zur Integration von Genderfragen in der akademischen Personalentwicklung in Forschung und Wissenschaft entwickeln lassen.  +
Auswahl und Beurteilung von Führungskräften in Wirtschaft und Wissenschaft +Der langfristige Erfolg von Organisationen - in Wirtschaft wie Wissenschaft - hängt insbesondere von der Qualität ihrer Führungskräfte ab. Aus diesem Grund sind systematische Auswahl- und Beurteilungsprozesse, welche die präzise Auswahl der geeignetsten Führungskräfte ermöglichen, wettbewerbsentscheidend. Im Rahmen des Projektes wurden wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen zur weiteren Verbesserung der Personalauswahl und -beurteilung in der Besetzung von Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. Entsprechend wurden zwei übergeordnete Ziele für das Projekt definiert: Forschung: Analyse mit wissenschaftlichen Methoden, welche Faktoren sich systematisch auf die Urteile der Entscheidungsträger bei der Auswahl und Beurteilung von Führungskräften auswirken. Dabei wurden sowohl Unterschiede zwischen Personen als auch Einflüsse innerhalb von Organisationen untersucht. Schulungsmaßnahmen: Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen aus der wissenschaftlichen Analyse wurden Schulungsmaßnahmen für Entscheidungsträger in Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. In diesen Schulungsmaßnahmen wird vermittelt, wie die besten Potentiale in Auswahlverfahren erkannt und in Beurteilungsmaßnahmen identifiziert werden können.  +

B

Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft +Den Hintergrund des Forschungsvorhabens bildeten die eingeschränkten Gestaltungsspielräume für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der deutschen Wissenschaft. Dies zeigt sich in einem für den europäischen Vergleich außerordentlich hohen Anteil kinderloser Wissenschaftlerinnen und in der stetigen Zunahme kinderloser männlicher Nachwuchswissenschaftler an deutschen Universitäten. Allerdings ist der Erkenntnisstand zur aktuellen Kinderzahl des wissenschaftlichen Personals sowie zu den Bedingungsfaktoren generativer Entscheidungen im Rahmen von Wissenschaftsorganisationen insgesamt noch lückenhaft. Das Projekt zielte auf die Erfassung der zugrundeliegenden individuellen Entscheidungsprozesse und organisationalen Strukturen an deutschen Universitäten, die eine Verbindung von wissenschaftlicher Karriere und Familienverantwortung begünstigen oder behindern. Aus den Analysen wurden Empfehlungen für Handlungsansätze im Bereich Hochschulpolitik abgeleitet. Das methodische Vorgehen unterteilte sich in einen quantitativen und einen qualitativen Studienteil. In einem ersten Schritt wurde eine großangelegte Online-Befragung durchgeführt. Dabei wurden ca. 40.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ausgewählten Universitäten aus dem gesamten Bundesgebiet persönlich per E-Mail angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Anschließend wurden diese quantitativen Umfrageergebnisse in einem zweiten Studienabschnitt durch qualitative Telefoninterviews an einer kleineren Stichprobe vertieft und ergänzt. Die Studie knüpfte damit an zentrale Forschungsdesiderate an, indem männliche Wissenschaftler in die Bearbeitung der Thematik eingeschlossen wurden, eine Ausweitung der Perspektive und Stichprobe auf Statusgruppen unterhalb der Professur stattfand sowie mögliche Wechselwirkungen zwischen generativen Absichten auf der individuellen Entscheidungsebene und institutionellen Bedingungen an deutschen Universitäten analysiert wurden. Die Befragung war darüber hinaus unabhängig von der Kinderzahl, es wurden sowohl kinderlose Personen als auch Mütter und Väter in ihren spezifischen Arbeits- und Lebenssituationen betrachtet. Die Ergebnisse der Studie beziehen sich u.a. auf *Auswirkungen struktureller Bedingungen der Hochschulen auf die Entscheidung für oder gegen Kinder *Ursachen von Karrierebrüchen und Karrierestagnationen im Spannungsfeld von Wissenschaftsstrukturen und Vereinbarkeitsmodellen *Barrieren für die Realisierung von Work-Life-Balance an Universitäten *Individuelle Strategien zur Bewältigung beruflicher und familiärer Anforderungen *Anteil von Dual Career Couples und spezifische Konsequenzen dieser Lebensform  +
Befördern Nachhaltigkeitskompetenzen Frauen an die Spitze? +Im Projekt werden die Gründe des Vorhandenseins und Fehlens von Frauen in Spitzenpositionen wissenschaftlich arbeitender und nachhaltigkeitsorientierter Institutionen identifiziert und untersucht. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit spezifische Nachhaltigkeitskompetenzen – inklusive spezifische Werte- und Berufsorientierungen sowie Tätigkeits- und Karriereverständnisse – mit der Besetzung von Frauen in Führungspositionen in Zusammenhang stehen. Im Fokus stehen dabei geschlechterrelevante Faktoren bei inter-/transdisziplinär Ausgebildeten und Tätigen. Im Ergebnis werden Profile von Nachhaltigkeitskompetenzen differenziert nach Geschlechtern definiert und Chancen für gezielte Qualifizierungen aufgezeigt. Für die mit Nachhaltigkeitsthemen befassten Institutionen und Studiengänge werden Maßnahmen entwickelt, die den Weg von Frauen in Spitzenpositionen und die Ausprägung von Nachhaltigkeitskompetenzen befördern.  +
Berufliche Werdegänge von Männern und Frauen in der Tiermedizin +Karrierewege von Männern und Frauen an der Tieräztlichen Fakultät der LMU München. Projektziel: Rekonstruktion der Karrierewege von Männern und Frauen der Studienrichtung Tiermedizin an der LMU München. Die Situation von Frauen im deutschen Wissenschaftsbetrieb kann treffend als 'ausschließende Einschließung' bzw. 'marginalisierende Integration' beschrieben werden. Am Beispiel der Tiermedizin werden Möglichkeiten des Abbaus geschlechterspezifischer Ungleichheiten im Wissenschaftsbereich aufgezeigt. Die Tiermedizin stellt in Deutschland das am stärksten von weiblichen Studierenden dominierte Fach dar, und auch bei den Studienabschlüssen werden mehr als vier Fünftel von Frauen abgelegt. Auf der Ebene der Professuren liegt der Anteil aber nach wie vor bei 12 Prozent und bewegt sich damit auf einem Niveau, das dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht. Mithilfe qualitativer Interviews und einer standardisierten Befragung der Studierenden an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität München wird gezeigt, wie strukturelle Bedingungen zu unterschiedlichen Karriereverläufen von Frauen und Männern in der Tiermedizin beitragen. Identifiziert werden dabei drei Phänomene, die dabei verantwortlich zeichnen: die Zuschreibung geschlechtsspezifisch ausgeformter Berufsmotive, die ebenfalls geschlechtsdifferente Konstruktion unterschiedlicher Berufsbilder - die Tierärztin in der Praxis und der Wissenschaftler an der Hochschule - und verschiedene organisationale Rahmenbedingungen der Ausbildung in Kliniken und Instituten. Fazit: Geschlechterdifferenzen werden so nicht nur aufrechterhalten, sondern auch neu konstruiert bzw. "re-institutionalisiert"  +
Berufsfindung im Prozess: Wie tragfähig ist die Studien- und Berufswahl? +Berufsfindung wird heute nicht mehr als punktuelle Entscheidung ("Berufswahl") verstanden, sondern als ein langfristiger biographischer Prozess, der sich über die Adoleszenz in das junge Erwachsenenalter - und zum Teil noch darüber hinaus - hinzieht. Berufsfindung befindet sich dabei im Spannungsfeld verschiedener Einflussfaktoren: Bildungshintergrund, soziales Umfeld, Geschlecht, aber auch institutionelle Beratungs- und Informationsangebote, Lebensziele und -pläne sowie Einstellungen, Kompetenzen und nicht zuletzt die Chancen und Risiken des Arbeitsmarktes prägen die individuellen Biografieverläufe. Die Berufsfindung ist ein komplexer Prozess - es wundert kaum, dass viele junge Erwachsene sich dieser Komplexität nicht gewachsen fühlen und für sie ungünstige oder wenig tragfähige Entscheidungen treffen. Umso wichtiger ist es, in dieser unübersichtlichen Gemengelage für Orientierung zu sorgen. Trotz einer wachsenden Zahl von institutionellen Angeboten im Bereich der Berufsorientierung hat sich die Situation für junge Erwachsene nicht maßgeblich verbessert. Insbesondere junge Frauen können ihre hohen und guten im Bildungssystem erworbenen Abschlüsse nicht in das Erwerbsleben herüberretten. Ein weiteres Problem, das die Phase zwischen Schulabschluss und Berufseintritt betrifft, sind die hohen Abbrecherquoten: An den Hochschulen ist das Problem der Studienabbrecher (25%) längst zu einem wichtigen Thema geworden und auch bei den betrieblichen Ausbildungen gibt es die hohe Quote von über 20% aufgelösten Ausbildungsverträgen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, günstige Strategien im Umgang mit der Berufsfindung zu identifizieren und die tatsächlich hilfreichen Unterstützungs- und Orientierungsangebote herauszufiltern.  +
Bessere Hochschulen durch gleichstellungspolitische Steuerung? +Übergeordnetes Projektziel ist, erweiterte Handlungsoptionen für die hochschulinterne Steuerung zu entwickeln, die mittel- bis langfristig eine Verbesserung der Organisationsstrukturen bewirken und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auf allen Ebenen im Wissenschaftssystem befördern. Untersucht wird die Implementierung der Genderperspektive in ausgewählten Steuerungsprozessen (Qualitätsmanagement, Controlling, Haushaltssteuerung) von Hochschulen, die auf eine Neu-Organisation von Inhalten, Abläufen, Verantwortlichkeiten und Ressourcen abzielen. Im Einzelnen werden folgende Ziele verfolgt: *Gesamtüberblick zur Umsetzung von neuen Steuerungsinstrumenten nach gleichstellungsrelevanten Kategorien an deutschen Hochschulen (z. B. Art der Instrumente, Stand der Einführung, Spezifika bei der Ausgestaltung der Steuerung). *Untersuchung von Organisationsstrukturen und -prozessen ausgewählter Hochschulen (Fallstudien) im Hinblick auf die Implementierung gleichstellungsorientierter Steuerungsinstrumente (gute Praxis). *Sensibilisierung und Motivierung der beteiligten Akteur/-innen für eine genderkritische Perspektive beim Einsatz neuer Steuerungsinstrumente auf der Basis konkreter Handlungsmöglichkeiten. *Aufbereitung und Weiterentwicklung ausgewählter Steuerungsinstrumente (geschlechtssensibles Qualitätsmanagement, Gleichstellungs-Controlling und gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung) für Hochschulen zur Förderung einer praxisorientierten Umsetzung.  +
Bewegliche Geschlechterarrangements - Neuformierung von Arbeit und Leben durch Informatisierung? +Im Forschungsprojekt werden die komplexen Zusammenhänge zwischen den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der zunehmend geforderten Balance zwischen Arbeit und Leben analysiert. Dazu werden die Anforderungen der Arbeitswelt an erwerbstätige Frauen und Männer ihren subjektiven Bedürfnissen gegenüber gestellt. Ziel ist es, durch das Aufzeigen neuer bzw. veränderter Arbeitsweisen bewegliche Geschlechterarrangements zu erforschen und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben zu erreichen.  +
Bildungsziel - Ingenieurin. Technik- und naturwissenschaftliche Studienrichtungen bei jungen Frauen +Als eine der weltweit führenden Industrienationen hat Deutschland mit einem eklatanten Mangel an ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchskräften zu kämpfen, insbesondere auch bei der Nachfrage junger Frauen nach natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Die Studie setzt an diesem Befund an. Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation zwischen der Erziehungswissenschaft und der Elektrotechnik an der Universität Rostock soll untersucht werden, wie sich die Studienorientierungen von Schülerinnen im Verlauf der Bildungsbiographie entwickeln und wie sie sich zugunsten von ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern pädagogisch beeinflussen lassen. Das Gesamtvorhaben umfasst drei Schwerpunkte: *eine quantitative empirische Studie in Form eines standardisierten Surveys zu Studienorientierungen von Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Klassenstufen an Gymnasien *eine biografische Studie zur Entwicklung von ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studieninteressen bei jungen Frauen *eine bundesweite Strukturanalyse von gendersensiblen pädagogischen und didaktischen Konzepten, Methoden und Angebotsformen zur Studienorientierung im Bereich der Elektro- und Informationstechnik (technikwissenschaftliche Schülerlabore) Ziel des Forschungsvorhabens ist es, ein Gesamtkonzept für eine pädagogische Förderstruktur zu entwickeln, das studienspezifische Orientierungshilfen für Mädchen und junge Frauen bereitstellt, an der gendersensiblen Qualität des fachspezifischen Schulunterrichts ansetzt sowie eine grundlegend erneuerte Kooperation zwischen Schulen, Betrieben und Universitäten ermöglicht. Die Studie schließt eine Lücke in der einschlägigen empirischen Bildungsforschung zu diesem Thema. Vergleichbare interdisziplinär angelegte Analysen, in denen das Thema der Entwicklung und Förderung fachspezifischer Studienorientierungen unter qualitativer, quantitativer und pädagogisch-didaktischer Perspektive bearbeitet werden, liegen bisher in der Bundesrepublik nicht vor.  +
Biographie und Karriereentscheidung bei Frauen in der Wissenschaft +Im Vorläufer-Projekt (s. Projekt: Biographische Erfahrungen und Karriere) wurde mit qualitativen Interviews in der Mathematik und den Sozialwissenschaften untersucht, wie z.B. in der Promotions- bzw. Habilitationsphase sowie auf dem Weg in eine Professur, Entscheidungen für oder gegen eine Hochschullaufbahn bei Frauen und Männern zustande kommen. Dieses Projekt umfasst eine repräsentative schriftliche Befragung von Mathematikerinnen und Sozialwissenschaftlerinnen sowie einer Vergleichsgruppe von Männern, die nicht mit den bisher mündlich Befragten identisch sind. Ziel ist die quantitative Überprüfung und Ergänzung der aktuellen Vorläufer-Studie. Mit dem selben theoretischen Ansatz, der soziale Lage und Habitus berücksichtigt, soll die Verbreitung letztlich biographisch bedingter Entscheidungen für oder gegen eine Hochschullaufbahn - wiederum in der Promotions- bzw. Habilitationsphase sowie auf Professuren - noch differenzierter erforscht werden. Ein Vergleich der Befunde beider Befragungen ist geplant.  +
Biographische Erfahrungen und Karriere +Ausgangspunkt des Projekts ist die Information, daß von den Frauen, die auf Professuren berufen werden, ein Teil die Stelle nicht antritt - im Unterschied zu entsprechenden Männern. Untersucht werden soll, wie an Punkten der wissenschaftlichen Karriere, z.B. der Promotions- bzw. Habilitationsphase sowie bei Antritt einer Professur, Entscheidungen für die weitere wissenschaftliche Laufbahn oder ein Karriereverzicht bei Frauen - im Vergleich zu Männern - zustande kommen. Als Hintergrund werden förderliche sowie zu eigenen Anstrengungen anregende Voraussetzungen in der Beziehung zu Mutter und Vater, aber auch in Schule und Studium angesehen. Wichtig sind soziale Netzwerke der Vergangenheit und Gegenwart für die Entscheidung zwischen Autonomie und Gebundenheit in Beruf und Familie. Ein theoretischer Ansatz, der soziale Lage, Habitus/ Deutungsmuster und Lebensstile mit ihren bewußten und weniger bewußten Aspekten im Rahmen biographischer Erfahrungen berücksichtigt, soll über Interviews mit Mathematikerinnen und Sozialwissenschaftlerinnen der drei Qualifikationsstufen - sowie jeweils einer Vergleichsgruppe von Männern - hier Einblicke eröffnen. Neben den Unterschieden nach Geschlecht sind auch die der sozialen Herkunft sehr wichtig. Beides ist jedoch nur relevant vor dem Hintergrund bestimmter historischer Konstellationen. Deswegen werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in "West und Ost" befragt, insbesondere wegen des u.U. unterschiedlichen biographischen Gewichts von Elternhaus, Schule und sonstigen gesellschaftlichen Institutionen bei der Begünstigung einer wissenschaftlichen Laufbahn. Eine Beschränkung auf je eine stärker männlich dominierte Disziplin, die Mathematik, und eine mit einem größeren Anteil an Frauen, die Sozialwissenschaften, soll klären helfen, inwieweit eher solche Fachunterschiede oder allgemeine Strukturen der Hochschule die Lage der Betroffenen prägen. Um die Entwicklung der Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Lebensbereichen im Laufe der Biographie möglichst differenziert erfassen zu können, wurde das qualitative Interview als Erhebungsmethode gewählt. Insgesamt sollte das Forschungsprojekt exemplarisch aufzeigen, wie Biographien und Bewältigungsmuster in ihrer allmählichen Aufschichtung zustande kommen. Diese Erkenntnisse könnten letztlich auch zu Laufbahnberatungen für Wissenschaftlerinnen beitragen.  +

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Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland - Gender und Diversity +Die Zeit nach der Promotion, auch Postdoc-Phase genannt, ist ein relativ offener Karriereabschnitt – unübersichtlich und kaum einheitlich geregelt. Es handelt sich um eine Übergangsphase nach dem Erwerb des Doktorgrads, welche oft eine Berufung auf eine Professur an einer Hochschule zum Ziel hat. Die momentane Schwierigkeit zwischen Promotion bis Habilitation bildet der Verlust von NachwuchswissenschafterInnen an den Hochschulen. Beispielsweise ist Deutschland im europäischen Vergleich eines der Länder mit den wenigsten von Frauen besetzten Professuren. Hier wird von der sogenannten Leaky Pipeline gesprochen: zahlreiche Frauen verlassen die akademische Laufbahn bevor sie eine Professur in Aussicht haben. Derzeit beschränken sich die Untersuchungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland vor allem auf die erfolgreichen Promotionen und Karrieren derer, die dem Wissenschaftssystem erhalten blieben. Dabei bleiben potentielle und tatsächliche Gründe für den Ausstieg aus dem universitären Gefüge bisher unberücksichtigt. Die Fragen, die sich bezüglich des Schwunds im Pool der akademischen Nachwuchskräfte stellen, sind vielseitig. Ist es wirklich allein die Leistung, die zählt? Vermutlich nicht – doch welche Faktoren tragen zur Entscheidung der Promovierten bei, dem Wissenschaftssystem den Rücken zu zukehren? Wie verläuft die berufliche und persönliche Entwicklung innerhalb und außerhalb von Forschung und Lehre für Promovierte? Welche Ziele, Wünsche und Möglichkeiten verfolgen junge AkademikerInnen heute tatsächlich? Welche Anreize motivieren sie, einen Anker im Hochschulsystem zu werfen beziehungsweise doch andere Berufs- und Lebenswege zu verfolgen? Welche strukturellen Barrieren und individuellen, organisationsbezogenen oder institutionellen Faktoren tragen zu einem Ausstieg aus den verschiedenen Forschungseinrichtungen bei? Das Projekt Chance:PostDocs ist ein Forschungsvorhaben an der Universität Hildesheim mit dem Ziel einer Analyse zu bundesweit existierenden Formen und Strukturen von Qualifizierungswegen in der Postdoc-Phase unter dem Blickwinkel von Gender und Diversity. Das Team interessiert hierbei insbesondere, welche Förderstrukturen vom wissenschaftlichen Nachwuchs tatsächlich genutzt werden und inwieweit Programme zu Qualifizierung, Information, Vernetzung und Mentoring sowie zur finanziellen Unterstützung in der Postdoc-Phase dazu beitragen, dass ein Ausstieg aus dem Wissenschaftssystem weniger wahrscheinlich wird. Am Ende des Projekts soll eine Ausarbeitung von Empfehlungen stehen, welche nachhaltig zur Optimierung entsprechender Förderstrukturen und Chancengleichheit an deutschen Hochschulen beitragen können. Die Methoden zur Erhebung qualifizierender Wege in der Postdoc-Phase bilden, wie beim Vorgängerprojekt Chance:Docs eine Mischung aus quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen. Geplant ist eine repräsentative Untersuchung von Postdoc-Programmen auf Homepages von Hochschulen und Universitäten sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Dem schließt sich eine bundesweite, fächerübergreifende Befragung an. Diese erfolgt mittels einer standardisierten Online-Befragung und in Form von Gruppendiskussionen von WissenschaftlerInnen, die in den vergangenen drei Jahren eine Dissertation abgegeben haben.  +
Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an Deutschen Hochschulen Gender und Diversity +Die strukturierte Promotionsförderung ist ein noch relativ junger, aber bereits stark frequentierter Weg zum Doktorgrad in Deutschland. Seit zwei Jahrzehnten wird daran gearbeitet, die strukturierte DoktorandInnenausbildung als eine qualitativ hochwertige Alternative zur Individualpromotion zu etablieren. Das systematische Konzept der vergleichsweise neuen Promotionsmöglichkeit birgt die Chance, den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken. Denn durch gegliederte Ausbildungsabläufe mögen sich Promotionszeiten verkürzen lassen. Zudem soll der strukturierte Ansatz dazu dienen, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit auf der akademischen Karriereleiter weiter auszubauen. Das Problem der strukturierten Promotionsförderung bestand im Mangel an empirischen Daten über den Erfolg der sehr unterschiedlichen Formen, welche beispielsweise Graduiertenkollegs, Promotionsstudiengänge oder Graduiertenschulen aufweisen. Viele Bildungsberichte beklagten eine nicht ausreichende Anzahl von Promotionen in Deutschland. Die meisten Untersuchungen beziehen sich jedoch meist nur auf individuelle Promotionsverläufe. Gender- und Diversity-Aspekte wurden dabei selten systematisch fokussiert. Die Fragen nach Transparenz und Optimierung im Hinblick auf die strukturierte Promotionsförderung nahmen jedoch an Bedeutung zu. Es musste geklärt sein, was Struktur im besagten Kontext meint. Es musste verdeutlicht sein, wie sich strukturierte Förderprogramme hinsichtlich Geschlecht und Vielfalt auswirken. Es musste erkennbar sein, wie die Zielstellungen der Promotionsförderung zum jetzigen Zeitpunkt umgesetzt sind. Lassen sich unter den vielen verschiedenen Förderstrukturen inzwischen Typen erkennen? Für welche Männer und Frauen werden unter Gender- und Diversity-Gesichtspunkten mehr Chancen geschaffen? Und: Ist die strukturierte Promotionsförderung wirklich eine hervorragende Chance für den Wissenschaftsstandort Deutschland?  +
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