Genderkompetenz als innovatives Element der Professionalisierung der LehrerInnenausbildung für das Fach Mathematik

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Interdisziplinäres Verbundprojekt

Genderkompetenz als innovatives Element der Professionalisierung der LehrerInnenausbildung für das Fach Mathematik

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2008/10 bis 2010/12
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp Verbundprojekt
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung BMBF
Förderprogramm Schwerpunkt 'Hochschulforschung', Förderlinie 'Zukunftswerkstatt Hochschullehre'

Projektbeschreibung

Projektkürzel Gender Mathe
Projekttitel (en) Gender competence as an innovative element of the professionalization in teacher training for the subject mathematics (interdisciplinary joint project)
Link zur Projektwebsite http://www.uni-bielefeld.de/IFF/genderundmathe/index.html
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Leistungsvergleichsstudien wie TIMSS, PISA und IGLU zeigen, dass Schulfächer hinsichtlich der Kompetenz- und Interessensentwicklung, der Motivation, des Selbstvertrauens, der fachbezogenen Selbstkonzepte und letztlich auch der Leistungen nach wie vor zwischen den Geschlechtern in bestimmte "Reviere" aufgeteilt sind. Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Fachpräferenzen werden bereits am Ende der Grundschulzeit sichtbar, verstärken sich im Laufe der Schulzeit, manifestieren sich in der Wahl der Leistungskurse und setzen sich bei der späteren Studienfach-, Studiengangs- und Berufswahl fort. Mathematik stellt dabei, neben der eigenständigen Relevanz des Faches, auch eine "Schlüsseldisziplin" für die Studien- und Berufswahl in naturwissenschaftlich-technischen Fächern und Berufsfeldern dar.

Seit mehr als 15 Jahren betonen FachdidaktikerInnen und genderbezogene Schul- und HochschulforscherInnen, dass neben der Entwicklung und Umsetzung einer geschlechtersensiblen Didaktik in der Mathematik und den Naturwissenschaften auch die Notwendigkeit einer Sensibilisierung der Lehrenden dieser Fächer hinsichtlich ihres Beitrags zur Inszenierung und Reproduktion geschlechterstereotyper Trennlinien besteht, ohne dass dieser Erkenntnis bislang in der Lehramtsausbildung an Hochschulen in systematischer Weise Rechnung getragen worden wäre. Geschlechterstereotypisierungen und fehlende Genderkompetenz seitens der LehrerInnen müssen - neben anderen Faktoren - als eine wesentliche Ursache für den fachspezifischen Geschlechterbias in der Interessensentwicklung und dem Kompetenzerwerb junger Menschen erkannt werden.

Gerade angehende LehrerInnen als zukünftige MultiplikatorInnen sollten darin geschult werden, in Bezug auf die Fachdidaktik und die Fachinhalte ihres Unterrichtsfachs Genderkompetenz zu erwerben, um ihren "Beitrag" zur Überwindung geschlechtsspezifischer Konnotierungen von Unterrichtsfächern zu leisten (bzw. leisten zu können). In der Regel fehlen jedoch - insbesondere in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern - Angebote für Lehramtsstudierende, sich innerhalb ihres Studiengangs mit Genderfragen zu beschäftigen. Die systematische Integration von Genderkompetenz in die Lehramtsausbildung wäre jedoch ein nachhaltiger bildungspolitischer Schritt zur Erhöhung von Chancengleichheit jenseits geschlechterstereotyper "Wissens- und Interessensreviere" und zudem ein wichtiger Baustein der Professionalisierung, Kompetenzvertiefung und Qualitätssicherung einer berufsorientierten Hochschulausbildung von LehrerInnen, wie sie nicht nur die HRK in ihren Empfehlungen zur Zukunft der Lehrerausbildung an Hochschulen im Zuge der Einführung neuer Studienstrukturen formuliert.

Das Forschungsprojekt greift dieses Defizit in der Lehramtsausbildung für das Fach Mathematik auf und schlägt damit 1. eine in der Hochschulforschung längst überfällige und bislang weitgehend vernachlässigte Brücke zwischen Hochschulstrukturreform, Gender Mainstreaming und Professionalisierung der LehrerInnenausbildung in der Mathematik und versucht 2. zwei im Rahmen der Professionalisierungsdebatte um die Lehramtsausbildung immer wieder genannte Mängeln der LehrerInnenausbildung zu begegnen: der geringen Praxisnähe und der fehlenden Genderperspektive bei der Vermittlung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Inhalte.

Abstract (en)
Schlagwörter Kompetenz; Interesse; Motivation; Professionalisierung; Fachdidaktik; Mathematik; Geschlecht; Geschlechtsspezifische Faktoren; Lehrerbildung; Genderkompetenz; Unterricht; Didaktik
Land Deutschland
Bundesland Nordrhein-Westfalen

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung Studium
Karriere
Wiss. Einrichtungen Genderaspekte in Forschung und Lehre
Wissenschaftssystem Hochschul- und Wissenschaftspolitik
Doing Gender Geschlechterstereotype

Forschungsgegenstand

Sektoren Hochschule; Elementar-, Primar- und Sekundarstufe
Fächergruppen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Bielefeld (Bielefeld)
Institutionstyp Universität
Institut Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung -IFF-
Institutswebsite http://www.uni-bielefeld.de/soz/forschung/
Zentrale Institution Universität Hamburg (Hamburg)
Institutionstyp Universität
Institut Department Mathematik
Institutswebsite
Zentrale Institution Universität Gießen (Gießen)
Institutionstyp Universität
Institut Sozial- und Kulturwissenschaften/Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsstelle Gender Studies
Institutswebsite

Beteiligte Personen

Projektleitung Dr. Anina Mischau; Prof. Dr. Andrea Blunck; Dr. Sabine Mehlmann
Projektbearbeitung Grabarz, Karin

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Gruppendiskussion
weitere Methoden Evaluationsforschung
Stichprobe ExpertInnen

Methodischer Ansatz: Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen Auswahl:
  • Langfeldt, Bettina/Mehlmann, Sabine/Mischau, Anina (2012): Genderkompetenz – (k)ein Thema in der universitären Lehramtsausbildung im Fach Mathematik? In: Klein, Uta/Heitzmann, Daniela (Hrsg.): Diversity konkret gemacht. Wege zur Gestaltung von Vielfalt an Hochschulen. Weinheim: Juventa, S. 13-29.
  • Langfeldt, Bettina; Mischau, Anina (2011): Genderkompetenz als Bestandteil der Lehramtsausbildung im Fach Mathematik - zu innovativ für deutsche Hochschulen? In: Zeitschrift für Hochschulentwicklung 6 (3), S. 311–324. Online verfügbar unter http://www.zfhe.at/index.php/zfhe/article/view/332/431, zuletzt geprüft am 22.06.2015.
  • Mischau, Anina (2012): Genderkompetenz in der Lehramtsausbildung Mathematik: Möglichkeiten der Integration und Vermittlung. In: Wissenschaftlerinnen-Rundbrief, Nr. 1/2012, S. 19-22.
  • Mischau, Anina (2011): Genderkompetenz für angehende Mathematiklehrkräfte. Konzeption einer Lehrveranstaltung für Lehramtsstudierende des Unterrichtsfachs Mathematik. In: Soziale Technik (3), S. 17–19. Online verfügbar unter http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/genderstudies/projekte/abfo/gendermathe/text1, zuletzt geprüft am 22.06.2015.
  • Mischau, Anina; Langfeldt, Bettina; Mehlmann, Sabine; et al. (2010): Auf dem Weg zu genderkompetenten LehrerInnen im Unterrichtsfach Mathematik. In: Journal Netzwerk Frauenforschung NRW (27), S. 29–39. Online verfügbar unter http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/genderstudies/projekte/abfo/gendermathe/text2, zuletzt geprüft am 22.06.2015.
  • Mischau, Anina/Langfeldt, Bettina/Mehlmann, Sabine (2009): Genderkompetenz als innovatives Element der Professionalisierung der LehrerInnenausbildung für das Fach Mathematik. In: Journal Netzwerk Frauenforschung NRW, Nr. 25, S. 50-53.
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere
Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

Projektlink zum SOFISwiki http://sofis.gesis.org/sofiswiki/Genderkompetenz_als_innovatives_Element_der_Professionalisierung_der_LehrerInnenausbildung_f%C3%BCr_das_Fach_Mathematik_%28interdisziplin%C3%A4res_Verbundprojekt%29
Weitere Projektdarstellungen http://www.uni-bielefeld.de/IFF/forschung/projekte/gesv/genderkompo.html


http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/genderstudies/projekte/abfo/gendermathe


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