Gleichstellungsbezogene Handlungsorientierungen und Handlungsweisen von ProfessorInnen vor dem Hintergrund gleichstellungspolitischer Regelungen

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Empirisches Forschungsprojekt

Gleichstellungsbezogene Handlungsorientierungen und Handlungsweisen von ProfessorInnen vor dem Hintergrund gleichstellungspolitischer Regelungen

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2015/10 bis 2018/12
Projektstatus laufend
Projekttyp
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung Land Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
Förderprogramm

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en)
Link zur Projektwebsite http://www.iaq.uni-due.de/projekt/2016/gleichstellung.php
PDF Projektbeschreibung http://www.netzwerk-fgf.nrw.de/fileadmin/media/media-fgf/download/publikationen/netzwerk_fgf_journal_40_f_web.pdf#page=36
Inhalt Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist verfassungsrechtlich im Grundgesetz in Art. 3 Abs. 3 verankert, d. h. der Staat soll dort tätig werden, wo eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch nicht erreicht ist. Dieser Verfassungsauftrag gilt auch für Hochschulen.

Auch der Wissenschaftsrat und die zentralen Wissenschaftsorganisationen, wie etwa die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), haben sich der Gleichstellungsnorm verschrieben und koppeln Fördermittel teilweise an die Bemühungen von Forschenden in ihrem Arbeitsbereich im Sinne des Grundgesetzartikels 3, Abs. 2 tätig zu sein. So formulierten beispielsweise die Mitgliedsinstitutionen der DFG so genannte „Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards“. In Anbetracht dieser Entwicklungen und Vielzahl an Regelungen und Anreizsystemen in der Forschungsförderung erstaunt es, dass die Gleichstellung, vor allem gemessen an dem Anteil von Frauen auf höheren Karrierestufen im Wissenschaftsbetrieb, nur sehr langsam voranschreitet. Die Gründe hierfür sind bislang kaum erforscht. Unklar ist, was bei den einzelnen AkteurInnen in Bezug auf Gleichstellung ankommt, d. h. die Einzelnen von den verschiedenen Regelungen wissen und wie sie dieses Wissen ihr alltägliches berufliches Handeln beeinflusst.

Dieses Forschungsprojekt befasst sich mit den folgenden Fragen: Was kommt bei den einzelnen AkteurInnen in der Hochschule im Hinblick auf Gleichstellungspolitik und entsprechenden Maßnahmen überhaupt an? Welche Gleichstellungsmaßnahmen sind überhaupt bekannt und werden wahrgenommen? Wie gehen die Einzelnen mit diesen um? Wie werden sie umgesetzt? Inwieweit werden diese Wissensvorräte als „Veränderungswissen“ wirksam und tragen zum Wandel organisationaler Kultur und individuellen Handelns bei?

Das Gesamtziel des Forschungsvorhabens besteht darin, die Black Box des Geschlechterwissens zu öffnen und zu untersuchen, ob und wie die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte außerhalb und innerhalb der Hochschulen entwickelten gleichstellungspolitischen Wissensvorräte in der Hochschule heute diskursiv verfügbar sind und zum Wandel organisationaler Geschlechterverhältnisse und -kulturen beitragen.

Abstract (en)
Schlagwörter Geschlechterwissen; Institutionenanalyse
Land Deutschland
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung
Karriere
Wiss. Einrichtungen Gleichstellungsarbeit/Gleichstellungspolitik
Wissenschaftssystem Wissenschaftskultur
Doing Gender

Forschungsgegenstand

Sektoren Hochschule
Fächergruppen

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Duisburg-Essen (Duisburg-Essen)
Institutionstyp Universität
Institut Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik
Institutswebsite https://www.uni-due.de/biwi/klammer/index

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Ute Klammer
Projektbearbeitung Ralitsa Petrova-Stoyanov; Eva Wegrzyn; Lara Altenstädter

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Qualitatives Interview; Dokumentenanalyse; Qualitativer Fragebogen (face-to-face, telefonisch, schriftlich); Qualitative Inhaltsanalyse
weitere Methoden
Stichprobe ProfessorInnen

Methodischer Ansatz: Das Forschungsprojekt setzt sich aus drei Erhebungen zusammen: Einer Institutionen- und Dokumentenanalyse, der Durchführung von ExpertInneninterviews sowie leitfadengestützten Interviews mit Professorinnen.Um benennen zu können, was potentiell diskursiv aus dem gleichstellungspolitischen Wissensvorrat verfügbar sein könnte, wird auf Grundlage einer Analyse des rechtlichen und institutionellen Rahmens von Gleichstellung allgemein und an Hochschulen die Systematisierung bestehender Institutionen und Maßnahmen („Mapping“) vorgenommen, deren Ziel es ist, die Vielzahl der verschiedenen Einflussfaktoren auf Gleichstellung an Hochschulen umfassend zu analysieren.

Im Fokus stehen dabei rechtliche Vorgaben, gleichstellungspolitische Maßnahmen und Programme auf den Ebenen EU, Bund, Land NRW sowie auf Ebene der ausgewählten Hochschulen. Das Mapping wird ergänzt durch ExpertInneninterviews mit GleichstellungsexpertInnen aus Wissenschaft und Praxis, die – selbst eingebunden in umfangreiche gesetzliche Regelungen, Vorgaben und Anreiz systeme – das Thema Gleichstellung durch ihre Funktion und Stellung in den Hochschulen vor - wärtstreiben (sollen). Die aus der institutionellen Analyse gewonnenen Fakten zu offiziellen rechtlichen Maßgaben und lokalen Programmen sollen um das Prozess- und Deutungswissen der ExpertInnen über den Alltag an Hochschulen ergänzt werden. Im Zentrum der Studie stehen jedoch ProfessorInnen, insbesondere in ihrer Position als LeiterInnen von DFG-geförderten und anderen Drittmittelprojekten sowie als Lehrende und Personalverantwortliche. Mithilfe der Interviews sollen konkrete Auswirkungen der Einflussfaktoren auf die professorale Ebene aufgespürt und die Deutungs- und Handlungsmuster der befragten HochschulakteurInnen bezüglich der Umsetzung von Gleichstellung an Hochschulen beleuchtet werden. Obgleich individuelle WissenschaftlerInnen somit im Zentrum des Untersuchungsinteresses stehen, fokussiert die Untersuchung angesichts der unterschiedlichen Situation an den Hochschulen auf wenige ausgewählte Universitäten, um die Selbstpositionierung von HochschullehrerInnen gegenüber dem Thema Gleichstellung im Kontext ihrer jeweiligen Institution beleuchten zu können. Für die laufende Untersuchung wurde eine regionale Eingrenzung auf Universitäten aus NRW vorgenommen, um die landestypischen Besonderheiten mit in den Blick nehmen zu können. Dabei wurden WissenschaftlerInnen aus vier Universitäten mit unterschiedlichen Anteilen an der DFG-Förderung befragt. Insgesamt wurden 40 Interviews mit ProfesorInnen durchgeführt. Diese werden nun auf Grundlage des Integrativen Basisverfahrens nach Jan Kruse (2014) ausgewertet. Darüber hinaus wurden sieben Interviews mit ExpertInnen der Frauen- und Geschlechterforschung, der Gleichstellungspraxis und der DFG zu Ihren Erfahrungen und Einschätzungen – gefasst als subjektives Prozess- und Deutungswissen – aktueller gleichstellungspolitischer Maßnahmen befragt. Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: 40 Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere
Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

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