Pionierinnen der empirischen Sozialforschung im Wilhelminischen Deutschland (1890-1914/18)

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Pionierinnen der empirischen Sozialforschung im Wilhelminischen Deutschland (1890-1914/18)

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2005/06 bis 2007/05
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp Teilprojekt
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung DFG
Förderprogramm DFG-SPP 'Wissenschaft, Politik und Gesellschaft - Deutschland im internationalen Zusammenhang im späten 19. und 20. Jahrhundert'

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en) Pioneers of empirical social research in the German Kaiserreich (Empire) (1890-1914/18)
Link zur Projektwebsite http://www.cgc.uni-frankfurt.de/archiv-fp-ss04.shtml
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Das Projekt soll den wegweisenden und heute kaum mehr bekannten Beitrag der ersten Sozialforscherinnen im Wilhelminischen Deutschland (1890-1914/18) erarbeiten. Diese Pionierinnen der empirischen Sozialforschung setzten wichtige Impulse zur Konstituierung des Faches in einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu akademischen Institutionen generell noch verwehrt wurde.

Ermöglicht wurde dies durch eine besondere Konstellation: Einerseits war die junge Disziplin noch offen für die Mitwirkung von 'Außenseiterinnen'. Andererseits weckte deren thematische Festlegung auf sozialpolitische Fragestellungen das Interesse gebildeter, an einer Lösung der 'sozialen Frage' interessierter Frauen. Anhand der wissenschaftlichen Lebensläufe und Werkbiografien von Elisabeth Gnauck-Kühne (1850-1917), Gertrud Dyhrenfurth (1862-1945/46), Rosa Kempf (1874-1948) und Marie Bernays (1883-1939) werden die enge Verbindung zwischen der Soziologie, der Sozialreform und der Frauenbewegung herausgearbeitet und die Bedingungen, die den Frauen die Teilnahme an der Wissenschaft ermöglichten, dargelegt. Analysiert werden soll worin der innovative Beitrag ihrer empirischen Studien zur Wissenschaft besteht und welche Anknüpfungspunkte sie für die heutige Frauen- und Geschlechterforschung bieten. Die Rekonstruktion der Karriereverläufe der Forscherinnen soll einen Einblick in deren Arbeits- und Forschungszusammenhänge vermitteln aber auch die geschlechtsspezifischen Inklusions- und Exklusionsmechanismen der deutschen Universität im ausgewählten Zeitraum sichtbar machen. Darüber hinaus wird nach den möglichen Gründen für die fehlende Rezeption der empirischen Sozialforscherinnen nach 1945 gefragt. Das Projekt liefert einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Wissenschaftsgeschichte und Wissenskulturen in Deutschland.

Abstract (en)
Schlagwörter Wissenschaftssoziologie; Historische Sozialforschung; Empirische Sozialforschung; WissenschaftlerIn; Frauenbewegung; Wissenschaftsgeschichte; PionierIn
Land Deutschland
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung
Karriere Karriereverlauf
Wiss. Einrichtungen Genderaspekte in Forschung und Lehre
Wissenschaftssystem Wissenschaftskultur
Doing Gender

Forschungsgegenstand

Sektoren
Fächergruppen Sozial- u. Gesellschaftswissenschaften

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Frankfurt am Main (Frankfurt am Main)
Institutionstyp Universität
Institut Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse
Institutswebsite http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-centrum-profil.shtml

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Ute Gerhard
Projektbearbeitung Marion Keller

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Biographische Methode; Fallstudie
weitere Methoden
Stichprobe ForscherInnen

Methodischer Ansatz: Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen Gerhard, Ute (2013): Feministische Perspektiven in der Soziologie: Verschüttete Traditionen und kritische Interventionen. In: Transnationale Vergesellschaftungen : Verhandlungen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Frankfurt am Main 2010 ; Bd. 1 u. 2, S. 757-773.

Seit Beginn der Soziologie als Krisenwissenschaft der Moderne gibt es einen kritischen feministischen Gegendiskurs. Darin werden die Kernaussagen der Disziplin über die soziale Ordnung, insbesondere die Geschlechterordnung, über das Verhältnis von Gesellschaft und Gemeinschaft, zu Familie und Arbeitsteilung bzw. zum Arbeitsbegriff in Frage gestellt und neu konzipiert. Frauen, die bis in das 20. Jahrhundert hinein von den Wissenschaften und ihren Karrieren ausgeschlossen waren, haben als Außenseiterinnen und Autodidaktinnen bemerkenswerte Beiträge zur Gesellschaftsanalyse und Wissenschaftskritik sowie zu den Methoden empirischer Sozialforschung geleistet, die in der Geschichte der Soziologie bisher weitgehend vernachlässigt werden. In wenigen großen Schritten sollen in der Vorlesung beispielhaft Kritikerinnen soziologischer Theorien sowie Pionierinnen der empirischen Sozialforschung vorgestellt und nicht zuletzt der Beitrag der sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung zur Analyse der Gegenwartsgesellschaft pointiert werden (Autorenreferat).

Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere
Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

Projektlink zum SOFISwiki http://sofis.gesis.org/sofiswiki/Pionierinnen_der_empirischen_Sozialforschung_im_Wilhelminischen_Deutschland_%281890-1914/18%29_%28Teilprojekt_im_Rahmen_des_DFG-SPP_%22Wissenschaft,_Politik_und_Gesellschaft_-_Deutschland_im_internationalen_Zusammenhang_im_sp%C3%A4ten_19._und_20._Jahrhundert%22%29
Weitere Projektdarstellungen http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/5451949


91, SOFISwiki: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Jahresbericht 2005