Technische Disziplinen als vergeschlechtlichtes wissenschaftliches Feld untersucht am Beispiel der Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund

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Technische Disziplinen als vergeschlechtlichtes wissenschaftliches Feld untersucht am Beispiel der Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2001/07 bis 2005/01
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung Land Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung
Förderprogramm

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en)
Link zur Projektwebsite http://www.raumplanung.tu-dortmund.de/fwr/fwrpage/f_forschfeld_c.html
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Die stärkere Beteiligung von Frauen in der Wissenschaft, insbesondere in den technischen Disziplinen, ist nicht nur ein Ziel der Frauenförderung bzw. ein Gebot der "Geschlechtergerechtigkeit", sondern vor allem ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik. Der immer noch weitgehende Ausschluss von Frauen insbesondere aus den technischen Disziplinen lässt diese inhaltlich verarmen. Vor diesem Hintergrund wird in dem Projekt die Studienmotivation sowie die Wohn- und Lebensbedingungen der StudienanfängerInnen der Fakultät Raumplanung in einem geschlechtsdifferenzierenden Ansatz untersucht. Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sich die Gründe für ein Studium der Raumplanung zwischen Studentinnen und Studenten unterscheiden und welche Rolle die räumlichen Nähe der Hochschule bei der Studienorts- und Studienfachwahl spielt. Darüber hinaus interessieren die Wohnverhältnisse und die Wohnvorstellungen der Studierenden und deren Veränderung im Laufe des Studiums. Befragt wurden die Studienanfängerinnen der Jahre 2002 bis 2004, die Wiederholungsbefragung findet im 6. Semester dieser Studierenden statt.


Teilprojekt 01: Raumplanung als vergeschlechtlichtes wissenschaftliches Feld Eine empirische Erhebung zu Möglichkeiten und Grenzen von Frauen in technischen Disziplinen auf dem Weg zur Professur Ziel des Projekts war es, die offenen und verborgenen Mechanismen zu ergründen, die Frauen (und Männern) den Weg in das wissenschaftliche Tätigkeitsfeld Raumplanung ebnen oder verbauen. Dabei gehen wir, im Gegensatz zu dem in der Literatur weit überwiegenden subjektzentrierten Ansatz, von einem auf das wissenschaftliche Feld zentrierten Ansatz aus. Wir fragen also nicht in erster Linie nach den subjektiven Gründen, die Frauen daran hindern zu promovieren bzw. zu habilitieren, sondern danach, welche Mechanismen Frauen (und Männer) aus der Wissenschaft hinaustreiben oder sie darin halten. Diese Mechanismen sind in unserem Verständnis vergeschlechtlicht. Sie manifestieren sich z. B. in den informellen Hierarchien zwischen den wiss. Beschäftigten, in der Arbeitsorganisation an den Fachgebieten und Instituten, in der individuellen Lehrbelastung, der Beteiligung an Forschungsprojekten oder Veröffentlichungen der jeweiligen (vorgesetzten) ProfessorInnen, in der Verfügbarkeit von Zeit zur eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit, der Belastung mit Dienstaufgaben in der Wissenschaftsverwaltung usw. Die Ergebnisse der Analyse können als Grundlage für Maßnahmen genutzt werden, die mehr Frauen als bisher in den technischen Disziplinen an den Hochschulen hält und ihnen den Weg zur Professur öffnen.

Teilprojekt 02: Das Promotionsgeschehen an der Fakultät Raumplanung eine quantitative Analyse von Promotions- und Beschäftigungsdaten Trotz eines Frauenanteils von mehr als einem Drittel bei den Studierenden und sogar knapp 40% bei den wissenschaftlichen Beschäftigten liegt der Frauenanteil bei den Promotionen an der Fakultät Raumplanung bei unter 20%. In dem Projekt wird versucht, auf der Grundlage der Promotions- und Beschäftigungsdaten seit Gründung der Fakultät Raumplanung vor 32 Jahren strukturelle Ursachen der geringen Promotionsrate insbesondere der weiblichen wissenschaftlichen Beschäftigten aufzuspüren. Untersucht wird z.B. der Zusammenhang von Beschäftigungsdauer, Beschäftigungsumfang und Art der Beschäftigung (Haushalt bzw. Drittmittel) mit der Promotionsrate. Nachgegangen wird auch der Frage, inwieweit Unterschiede zwischen den Beschäftigungsbedingungen von Frauen und Männern bestehen. Ziel ist die Entwicklung von Vorschlägen zur Verbesserung der Promotionsmöglichkeiten von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen durch entsprechende Ausgestaltung der Vertragsbedingungen.

Teilprojekt 03: Aktuelle Beschäftigungsmöglichkeiten von Raumplanerinnen und Raumplanern eine Analyse an Hand von Stellenanzeigen in Tages- und Fachzeitungen. Im Tätigkeitsfeld von Raumplanerinnen und Raumplanern vollzieht sich derzeit ein tiefgreifender struktureller Wandel: Mit dem Abbau "hoheitlicher" Planungsverfahren und den Übergang zu kooperativen Verfahren ("Public Private Partnership") ist eine Verlagerung von Planungstätigkeiten von der öffentlichen Hand zu privaten Organisationen (Investoren, Planungsbüros, intermediäre Organisatoren u.ä.) verbunden. Dies verändert nicht nur die Struktur des Stellenangebot, sondern auch - so die Ausgangsthese unserer Untersuchung - das Tätigkeitsspektrum sowie die geforderten Qualifikationen. Während der Stellenabbau im öffentlichen Dienst nach den bisherigen Erfahrungen die Beschäftigungsmöglichkeiten von Frauen tendenziell eher mindert, können die qualitativen Veränderungen im Tätigkeitsspektrum spezifischen Interessen und Neigungen von Frauen entgegen kommen. In dem Projekt wurden aktuelle Stellenanzeigen im Berufsspektrum der Raumplanung in der Tages- und Fachpresse hinsichtlich der angebotenen Tätigkeiten und der geforderten Qualifikationen analysiert.

Abstract (en)
Schlagwörter Raumplanung; Promotion; Beschäftigungssituation
Land Deutschland
Bundesland Nordrhein-Westfalen

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung Studium
Karriere
Wiss. Einrichtungen
Wissenschaftssystem
Doing Gender

Forschungsgegenstand

Sektoren Hochschule
Fächergruppen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Technische Universität Dortmund (Dortmund)
Institutionstyp Technische Universität
Institut Fakultät Raumplanung
Institutswebsite http://www.raumplanung.tu-dortmund.de/rp/

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Ruth Becker
Projektbearbeitung Shih-cheng Lien; Dr. Sabine Schäfer; PD Dr. Steffani Engler

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Qualitatives Interview
weitere Methoden
Stichprobe Wissenschaftliche Mitarbeitende; ProfessorInnen; ExpertInnen

Methodischer Ansatz: Leitfadengestützte Interviews mit wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und ProfessorInnen Experteninterviews Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen Becker, Ruth; Engler, Steffani; Lien, Shih-cheng; Schäfer, Sabine (2002): Warten auf Godot - eine Analyse des Promotionsgeschehens an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund. In: Christine Roloff (Hg.): Gender Policy Meets Reform Strategies in Higher Education. Towards a "Mainstreaming" Concept. Bielefeld, S. 116–143.
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere Lien, Shih-cheng (2005): Analyse des Stellenangebots für RaumplanerInnen. Arbeitspapier. Universität Dortmund.

Steffani Engler, Sabine Schäfer (2001): Wissenschaftliche Karrieren in der Raumplanung. Eine empirische Studie zur Herstellung von Geschlechtersymmetrien. Arbeitspapier des Fachgebiets Frauenforschung und Wohnungswesen in der Raumplanung. Arbeitspapier. Universität Dortmund. Dortmund.

Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

Projektlink zum SOFISwiki
Weitere Projektdarstellungen https://www.irb.fraunhofer.de/bauforschung/baufolit/projekt/Raumplanung-als-vergeschlechtlichtes-wissenschaftliches-Feld-Eine-empirische-Erhebung-zu-M%C3%B6glichkeiten-und-Grenzen-von-Frauen-in-technischen-Disziplinen-auf-dem-Weg-zur-Professur/20010991


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