Technische Fachkulturen und Geschlecht

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Eine vergleichende Untersuchung der Deutungsmuster in zwei Ingenieurfächern

Technische Fachkulturen und Geschlecht

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2005/06 bis 2008/09
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp
Art der Finanzierung Eigenprojekt
Förderung/Finanzierung Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung - SNF -
Förderprogramm

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en) Technical specialized cultures and gender: a comparative investigation into the interpretation patterns in two engineering subjects
Link zur Projektwebsite
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Im Zentrum des Forschungsprojektes steht die Frage nach dem Zusammenhang von Geschlecht und Fachkultur in ausgewählten Ingenieurfächern am Beispiel einer Techn. Hochschule in der Schweiz. Das Gleichziehen der Frauen im Bereich der tertiären Bildung seit den 1970er Jahren geht mit der Persistenz einer Segregation von Studien- und Berufsbereichen nach Geschlecht einher. Nach wie vor ausgesprochen männlich dominiert sind insb. das Feld der techn. Wissenschaften sowie die Physik. Die Frage nach den Ursachen der anhaltenden Untervetretung von Frauen in diesen Fächern stellt sich für die Bildungs- und Gleichstellungspolitik immer dringender. Das Projekt knüpft an die Ergebnisse einer Studie zu Orientierungen und Erfahrungen von StudienanfängerInnen in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern an, welches die Leiterin an der ETH Lausanne durchgeführt hat, und nimmt gleichzeitig einen Perspektivenwechsel vor: Ausgehend von der Hypothese, dass wesentliche Faktoren der Reproduktion einer nach Geschlecht segregierten Studien- und Berufswahl in den Institutionen selber liegen, werden die techn. Fächer und ihre Fachkulturen selber ins Zentrum der Untersuchung gerückt. Mit dem Konzept der Fachkultur werden Wissens- und Kommunikationskulturen bezeichnet, deren wesentl. Merkmale implizit bleiben, die für die Sozialisation in ein Fach jedoch hoch relevant sind. Vor dem Hintergrund der De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz stellt sich die Frage, ob die in den traditionellen techn. Fächern institutionalisierten Deutungsmuster, habitualisierten Verhaltensweisen und informellen Arbeits- und Kommunikationsformen indirekt zur Reproduktion geschlechtsspezifischer Ausgrenzungen beitragen. Damit wird ein wissenssoziologischer Zugang gewählt, wobei die Perspektive der Wissenschafts- und Technikforschung mit Fragestellungen der Geschlechterforschung verbunden werden. Im Zentrum stehen folgende Fragen: 1. Inwiefern hängen die in den technischen Fächern historisch herausgebildeten Deutungsmuster mit den spezifischen Charakteristiken einer historisch konstruierten hegemonialen Männlichkeit zusammen; 2. inwieweit wirken vor dem Hintergrund einer De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz tradierte Deutungen des eigenen Faches bis heute in institutionalisierter, habitualisierter und informeller Form weiter; 3. und inwieweit geraten tradierte Deutungen in der heutigen Umbruchsituation in den technischen Fächern unter Legitimationsdruck, werden in Frage gestellt oder konfigurieren sich neu. Anhand der technikhistor. Forschungsliteratur sollen zunächst die zum Zeitpunkt der Institutionalisierung der techn. Hochschulen relevanten sozialen, institutionellen und epistemischen Dimensionen herausgearbeitet werden. Im Rahmen von empirischen Fallstudien in zwei ausgewählten Ingenieurfächern sollen dann jene Elemente der Fachkulturen rekonstruiert werden, die für das Selbstverständnis eines Faches und die Praxis ihrer VertreterInnen heute bestimmend sind. Auf der Basis von narrativen Interviews werden die für die berufliche Identität von FachvertreterInnen unterschiedl. Generationen relevanten Deutungsmuster erhoben und rekonstruiert. Parallel dazu werden die fachspezifischen Interaktions- und Kommunikationsmuster mit teiln. Beobachtung in versch. Situationen des Hochschulalltags untersucht. Auf der Grundlage der Fallstudien lassen sich zum einen allfällige Tendenzen zu Wandel und Persistenz von Deutungsfiguren in den betreffenden Fächern herausarbeiten. Der Vergleich der Fächer erlaubt es zum anderen, Charakteristiken von Fachkulturen zu eruieren, die zu deren Schliessung oder Öffnung beitragen, und damit auch Ansatzpunkte für die Transformation techn. Fachkulturen zu bestimmen. Das Projekt liefert einen Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich der Gender Studies und soll ein vertieftes Verständnis der sozialen und kulturellen Mechanismen erlauben, die zur Persistenz von geschlechtsaggregierten Handlungsfeldern beitragen, bzw. zu deren Auflösung.
Abstract (en)
Schlagwörter Fachkultur; Historische Entwicklung; Kommunikation; Wissenschaftsdisziplin; Geschlechtsspezifische Faktoren; Kulturelle Faktoren; Technische Hochschule; Ingenieurwissenschaften; Studienwahl; Ursache; Habitus
Land Schweiz
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung Studienwahl
Karriere
Wiss. Einrichtungen
Wissenschaftssystem Wissenschaftskultur
Doing Gender Männlichkeit; Geschlechterkonstruktion

Forschungsgegenstand

Sektoren
Fächergruppen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Bern (Bern)
Institutionstyp Universität
Institut Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung
Institutswebsite http://www.izfg.unibe.ch/content/index_ger.html

Beteiligte Personen

Projektleitung Dr. Anne-Françoise Gilbert
Projektbearbeitung

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Qualitatives Interview; Qualitative Beobachtung; Fallstudie
weitere Methoden
Stichprobe

Methodischer Ansatz: Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: Stichprobe, sonstiges:

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere
Konferenzen

Weitere Projektdarstellungen

Projektlink zum SOFISwiki
Weitere Projektdarstellungen https://forsbase.unil.ch/project/study-public-detail/10620/

http://p3.snf.ch/Project-108369


65, SOFISwiki: Schweizer Stiftung für die Forschung in den Sozialwissenschaften, Erhebung 2007