Untersuchung von geschlechterneutralen und gendersensiblen Berufungsstrategien

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Untersuchung von geschlechterneutralen und gendersensiblen Berufungsstrategien

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2011/12 bis 2013/03
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp Verbundprojekt
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung BMBF; ESF
Förderprogramm Frauen an die Spitze

Projektbeschreibung

Projektkürzel Genderation BeSt
Projekttitel (en)
Link zur Projektwebsite
PDF Projektbeschreibung http://www.dlr.de/pt/Portaldata/45/Resources/a_dokumente/bildungsforschung/esf-vorhaben/FP_1093_94_Okay_FaS.pdf
Inhalt Die (Neu-)Besetzung von Professuren ist für Universitäten eine strategische Herausforderung. Hieraus resultieren sowohl Möglichkeiten als auch Herausforderungen, wie die Berufung von Frauen durch gezielte gendersensible Rekrutierungsmaßnahmen zu unterstützen und somit den Professorinnenanteil an deutschen Hochschulen zu steigern.

Ziel des Verbundprojektes ist es, bis Ende 2012 gendersensible und -neutrale Methoden für Berufungsverfahren und Personal-rekrutierung an Universitäten zu entwickeln und somit langfristig einen Beitrag zur Steigerung der Professorinnenquote zu leisten.

Teilprojekt I: 'Qualitative Untersuchung von nationalen geschlechterneutralen und gendersensiblen Berufungsstrategien' In Teilprojekt I werden qualitative Interviews mit Mitgliedern aus Berufungskommissionen (Berufungskommissionsvorsitzende, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, stimmberechtigte Mitglieder) geführt. Das hierbei eingesetzte Instrument – Interviewleitfaden – wird zunächst im Rahmen einer Vorstudie (AP 110) getestet und hinsichtlich seiner Aussagefähigkeit für die Forschungsthematik(en) validiert.

Insgesamt liefern die ExpertInnenninterviews (AP 120) Erkenntnisse darüber, welche strukturellen und kulturellen Mechanismen innerhalb von Berufungsverfahren wirken und den sozialen Sachverhalt »niedriger Professorinnenanteil« an deutschen Universitäten beeinflussen.

Teilprojekt II: Potenzial bzw. Höhe von Drittmitteleinwerbungen gelten als ein wesentliches Qualitätsmerkmal in Berufungsverfahren. Dabei bewerben sich Frauen seltener als Männer auf Förderausschreibungen, und die Bewilligungsraten sind geringer. Zu erklären ist dieser Umstand möglicherweise durch eine geschlechtsspezifische Konzentration auf bestimmte Forschungsinhalte. Daher untersucht Teilprojekt II die Hypothese, das Forschungsförderungsorganisationen (z.B. BMBF, DFG, BMWi etc.) über die Drittmittelvergabe die Entstehung von Forschungslinien/-schwerpunkten an Universitäten prägen und damit auch die Berufungs- und Rekrutierungsstrategien bzw. die Stellenausschreibungspraxis beeinflussen. Im Rahmen von Arbeitspaket (AP) 210 wird durch den Einsatz von semi-automatisierten Text Mining Verfahren mit Fokus auf die MINT-Disziplinen untersucht, ob und wie die durch die Forschungsförderungseinrichtungen geförderte Forschungsschwerpunkte die Stellenausschreibungen für Nach- und Neuberufungen an Universitäten - ggf. mit einem zeitlichen Versatz - beeinflussen. In Arbeitspaket (AP) 220 werden Problemzentrierte Interviews mit Männern und Frauen unterschiedlicher Fachdisziplinen geführt, die die für eine Berufung in ihrer Fachkultur relevanten formalen Kriterien erfüllen. Dabei wird der zeitliche Verlauf vom Forschungstrend zur Förderung und zum Qualifikationsprofil der BewerberInnen auf eine Professur nachgezeichnet. Zusammenhänge, in denen sich die Entscheidungsprozesse zwischen Bewerbern und Nichtbewerbern qualifizierter Personen befinden, werden aufgezeigt.

Ziel-Vision: Aus den empirischen Untersuchungen werden gendersensible und -neutrale Berufungsmethoden und Rekrutierungsstrategien zur zielgerichteten Ansprache von Frauen in Berufungsverfahren abgeleitet. In Form von Handlungsempfehlungen.

Gestützt werden diese Empfehlungen durch einen wissenschaftlichen Beirat sowie einen ExpertInnenworkshop, in dem die Forschungsergebnisse vorgestellt, diskutiert und validiert werden. Zur Verbreitung der Ergebnisse werden verschiedene Druckmaterialien (z.B. Flyer, Broschüren) erstellt, die die zentralen Ergebnisse der verschiedenen Erhebungen zusammenfassen und zu Handlungsempfehlungen bündeln. Zielgruppe dieser Handreichungen sind vor allem die Fakultäten und Dekanate sowie zentrale als auch dezentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an deutschen Universitäten. Darüber hinaus ist beabsichtigt, ein Beratungskompetenznetzwerk zur gendersensiblen und –neutralen Gestaltung von Berufungsverfahren aufzubauen. In diesem Zusammenhang wird das im Rahmen der Untersuchung gewonnene Know-How für Wissenschaftsorganisationen bereitgestellt.

Abstract (en)
Schlagwörter Berufungsverfahren; Drittmittel; ProfessorIn; Frauenanteil; Universitätsleitung; Berufungskommission; Berufungsstrategie
Land Deutschland
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung
Karriere Führungspositionen
Wiss. Einrichtungen
Wissenschaftssystem Wissenschaftskultur
Doing Gender

Forschungsgegenstand

Sektoren Hochschule
Fächergruppen

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Technische Universität München (München)
Institutionstyp Technische Universität
Institut Gender Studies in Ingenieurwissenschaften
Institutswebsite http://www.gender.edu.tum.de/
Zentrale Institution Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) (Aachen)
Institutionstyp Technische Universität
Institut Institutscluster IMA/ZLW & IfU, Zentrum für Lern- und Wissensmanagement
Institutswebsite http://www.rwth-aachen.de/cms/root/Die-RWTH/Kontakt-Anreise/Kontakt-RWTH-Aachen/~bdfr/Mitarbeiter-CAMPUS-/?gguid=0x5FF812310809D611BDB70002A5871170&allou=1

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Susanne Ihsen; Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Sabina Jeschke
Projektbearbeitung Yves Jeanrenaud; Katharina Scheibl; Meike Schüle-Tschersich; Verena Wienefoet

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden
qualitative Methoden Qualitatives Interview
weitere Methoden
Stichprobe Berufungskommissionsangehörige; Wissenschaftliche Mitarbeitende

Methodischer Ansatz: qualitativen und quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung; Leitfadeninterviews, problemzentrierte Interviews Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: 14; 15 Stichprobe, sonstiges: Berufungskommissionsangehörige; Wissenschaftler/innen aus den MINT-Fächern, welche die notwendigen Voraussetzungen für eine Professur er-füllen und bereits Erfahrungen in Berufungsverfahren gesammelt haben

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere Broschüre:

Jeschke, Sabina; Ihsen, Susanne; Vossen, René; Borowski, Esther; Müller, Larissa; Jeanrenaud, Yves; Scheibl, Katharina (2014): Projektübersicht und Handreichung zum Verbundvorhaben Genderation BeSt. Untersuchung von geschlechtsneutralen und gendersensiblen Berufungsstrategien. Themenschwerpunkt 'Frauen an die Spitze' – Förderbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 'Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung'. RWTH Aachen. Aachen, München.

Konferenzen Fachkolloquium, 21. November 2012, Aachener Tivoli, "Frauen an die Spitze - Plugging the Leaky Pipeline!"

Weitere Projektdarstellungen

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