Von der direkten zur indirekten sozialen Schließung

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Zur Reproduktion asymmetrischer Geschlechterverhältnisse in mathematischen-naturwissenschaftlichen und technischen Fächern an Hochschulen

Von der direkten zur indirekten sozialen Schließung

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2004/11 bis 2006/09
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp
Art der Finanzierung gefördert
Förderung/Finanzierung Land Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Wissenschaft und Forschung
Förderprogramm HWP-Programm

Projektbeschreibung

Projektkürzel
Projekttitel (en) From direct for indirect social discrimination? On the reproduction of asymmetrical gender relations in mathematical-scientific and technical subjects at universities
Link zur Projektwebsite http://www.uni-bielefeld.de/IFF/forschung/projekte/gesv/von.html
PDF Projektbeschreibung
Inhalt Das Geschlechterverhältnis im deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystem ist nach wie vor durch eine horizontale und vertikale Ungleichheit zu charakterisieren, wobei sich offensichtlich asymmetrische Geschlechterverhältnisse in mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen bis heute hartnäckiger halten, als in anderen Disziplinen. In dem Forschungsprojekt soll - ausgehend von der Habitus-Feld-Konzeption von Pierre Bourdieu - durch eine quantitative und eine qualitative Untersuchung den Fragen nachgegangen werden, welche Faktoren zur Reproduktion dieser Geschlechterverhältnisse beitragen und inwieweit diese Reproduktion als ein bis heute anhaltender Prozess der sozialen Schließung beschrieben werden kann, der vor allem auf den mittleren Status- bzw. Qualifikationsebenen an Hochschulen wirksam wird. Die Ausgangsthese ist, dass die Reproduktion asymmetrischer Geschlechterverhältnisse durch das Wechselspiel zwischen den institutionellen Rahmenbedingungen an Hochschulen und der männlichen Kultur der mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen einerseits und den Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmustern der Akteure (Männer und Frauen) andererseits erklärbar wird.

Im Vordergrund stehen daher nicht allein objektive strukturelle Momente von sozialer Schließung, sondern auch die auf der subjektiven Ebene wahrgenommenen Schließungsmechanismen bzw. -prozesse. Nur wenn die "objektive" und die "subjektive" Ebene gemeinsam und in ihren gegenseitigen Wechselbeziehungen betrachtet werden, so die weitere These, können Ansatzpunkte für umfassende und ggf. neue geschlechter- und bildungspolitische Maßnahmen benannt werden. Die Erarbeitung und mögliche Umsetzung dieser Maßnahmen kann als weiterer Mosaikstein in der Realisierung des gesellschaftspolitischen Ziels einer Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen der Wissenschaft (und der Wirtschaft) in den entsprechenden Berufsfeldern gesehen werden. Damit besitzt dieses Forschungsvorhaben neben einem eigenständigen wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse auch eine wissenschafts- und gleichstellungspolitische Relevanz.

Abstract (en)
Schlagwörter Ungleichheit; Soziale Schließung; Wissenschaftsdisziplin; Akademischer Mittelbau; Interaktionsmuster; Interdependenz; Objektivität; Subjektivität; Institutionelle Faktoren; Geschlechterverhältnis
Land Deutschland
Bundesland

Themen

Lebenssituation
Qualifizierung Nachwuchs(förderung)
Karriere
Wiss. Einrichtungen
Wissenschaftssystem
Doing Gender Geschlechterkonstruktion

Forschungsgegenstand

Sektoren außerhochschulische Forschungseinrichtung; Hochschule
Fächergruppen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Bielefeld (Bielefeld)
Institutionstyp Universität
Institut Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung -IFF-
Institutswebsite http://www.uni-bielefeld.de/IZG/

Beteiligte Personen

Projektleitung Dr. Anina Mischau
Projektbearbeitung Jasmin Lehmann; Sonja Neuß; Kerstin Petersen; Michelle Oberle

Methoden & Stichprobe

quantitative Methoden Quantitative Online-Befragung
qualitative Methoden Qualitatives Interview
weitere Methoden
Stichprobe Wissenschaftliche Mitarbeitende; Post-Docs

Methodischer Ansatz: Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden Naturwissenschaftler/-innen und Ingenieur/-innen des wissenschaftlichen Mittelbaus quantitativ per Online-Befragung und qualitativ durch Leitfadeninterview befragt. Darüber hinaus wurden promovierte Frauen, die außerhalb der Hochschulen beschäftigt sind, in die Befragung einbezogen. Die von und untersuchten Fachdisziplinen sind: Chemie, Physik, Mathematik, Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau. Die Online-Befragung, zu der über 6.000 WissenschaftlerInnen eingeladen wurden, ist abgeschlossen. Insgesamt haben 2.544 Personen an der Online-Befragung teilgenommen, 1.545 haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Die Rücklaufquote liegt bei etwas über 26 Prozent. Auch die Durchführung der 96 Interviews zum qualitativen Teil der Studie, die zwischen 1-2 Stunden gedauert haben und auf Tonband aufgenommen wurden, ist bereits beendet. Aktuell findet die Auswertung der erhobenen Daten statt. Längsschnittstudie: F

Stichprobenumfang: 1545; 48 Stichprobe, sonstiges: 48 Interviews mit promovierten WissenschaftlerInnen

Ergebnisse / Output

Veröffentlichungen
Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere Mischau, Anina; Lehmann, Jasmin; Neuß, Sonja (2006): Hürdenlauf oder Sonntagsspaziergang? Die Promotion als erste Etappe einer akademischen Laufbahn. Erste Ergebnisse einer Befragung von MittelbauerInnen aus sechs mathematisch-naturwissenschaftlichen und technisch-ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. In: IFF Info, Zeitschrift des Interdisziplinären Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung 23 (31), S. 63–78.


Mischau, Anina/Neuß, Sonja (2006): Prozesse indirekter sozialer Schließung in Natur- und Technikwissenschaften an Hochschulen. In: gezeitenwechsel. Dokumentation 31. Kongress Frauen in Naturwissenschaft und Technik 5.-8. Mai 2005 in Bremen, Oldenburger Beiträge zur Geschlechterforschung Band 3, Oldenburg 2006, S. 315-322

Konferenzen

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